Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin

14.03.2013

Für einen würdigen und informativen Gedenkort: Berufsbildungswerk erinnert an Annedore Leber

Annedore Leber, Publizistin, Verlegerin, Politikerin und Ehefrau des Widerstandskämpfers Julius Leber, wäre am 18. März 2013 109 Jahre alt geworden. Anlässlich ihres Geburtstages erinnert das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin (ALBBW) an seine Namenspatronin und fordert einen würdigen Gedenkort für Annedore und Julius Leber in Berlin. Das ALBBW setzt sich in diesem Zusammenhang dafür ein, dass auf dem Areal der ehemaligen Kohlenhandlung des Ehepaars Leber in Tempelhof-Schöneberg ein angemessener und informativer Ort der Erinnerung entsteht. Ziel müsse es sein, Geschichte auch für künftige Generationen nachvollziehbar zu gestalten und sinnlich erfahrbar zu machen.

Seit geraumer Zeit plant das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, die Flächen um die Torgauer Straße/Leberstraße neu zu gestalten. Davon ist auch das Gelände der ehemaligen Kohlenhandlung „Bruno Mayer Nachf.“ betroffen. Das Gebäude der ehemaligen Kohlenhandlung wurde während der Zeit des Nationalsozialismus von Julius Leber und weiteren politischen Akteuren als Treffpunkt der Widerstandsbewegung genutzt. Nach dem Krieg baute Annedore Leber hier den Mosaik Verlag auf, der politische und pädagogische Bücher veröffentlichte. Ein Schwerpunkt der von ihr verlegten Schriften war der Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime.

Die Gestaltung des Areals als Gedenkort wird derzeit auf Bezirksebene neu diskutiert, nachdem der Siegerentwurf eines Kunstwettbewerbs auf kritische Stimmen von Anwohnern, Nachkommen des Ehepaars Leber und Geschichtsexperten gestoßen war. Auch das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin fordert einen würdigen Gedenkort, der diesen authentischen Ort der jüngeren Geschichte schützt und eine gezielte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglicht. „Die Geschichte dieses Ortes steht in engem Zusammenhang mit unserer Namensgeberin Annedore Leber und ihrem Ehemann Julius Leber. Es handelt sich um einen der wenigen Orte aus dieser finsteren Epoche, die positiv besetzt waren. Hier wurde eine bessere, humanistische Zukunft geplant“, betont Albrecht Schäufele, Geschäftsführer des Annedore-Leber-Berufsbildungswerks Berlin. „Wir wünschen uns sehr, dass ein Gedenkort entsteht, der künftigen Generationen die Alltagsgeschichte und die Geschichte des zivilen Widerstandes während der Zeit des Nationalsozialismus nahe bringt.“

Das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin, das Kompetenzzentrum für die berufliche Rehabilitation junger Menschen mit Behinderungen in Berlin, befindet sich auf dem Gelände der von Annedore Leber gegründeten Handwerkerlehrstätten Britz, einer Ausbildungseinrichtung für sozial benachteiligte junge Menschen nach dem Krieg. „Wir fühlen uns dem Vermächtnis von Annedore Leber auf das Tiefste verpflichtet und setzen ihr Werk tagtäglich fort“, erklärt Margrit Zauner, Vorstandsvorsitzende des ALBBW-Trägervereins Berufsbildungswerk Berlin e.V. „Annedore Leber ist Vorbild für alle Mitarbeiter unseres Hauses und ihr Denken und Handeln Leitbild im erzieherischen Auftrag des Berufsbildungswerkes.“ 

Terminhinweis:

Am 18. März 2013 findet anlässlich des Geburtstages von Annedore Leber um 17 Uhr eine von der Berliner Geschichtswerkstatt und dem Stadtteilverein Schöneberg e.V. organisierte Kundgebung für die Gestaltung eines würdigen Gedenkortes statt. Treffpunkt ist die Julius-Leber-Brücke. Margrit Zauner wird mit einem Redebeitrag zu Annedore Leber und dem Fortwirken ihrer pädagogischen Ideen im Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin vertreten sein.

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