Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin

02.11.2012

Junge Menschen mit Handicaps sind ein Gewinn für Unternehmen

Albrecht Schäufele, Geschäftsführer des ALBBW.

Menschen mit einer Behinderung sind ein Gewinn für Unternehmen. Dies gilt nicht nur vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräfte­mangels in vielen Branchen. Vielfalt in der Belegschaft stärkt zudem die Innovations­kraft von Unternehmen und sorgt für ein besseres Betriebsklima. Basis für die erfolgreiche Teilhabe junger Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben ist eine enge Kooperation zwischen Unternehmen und Berufsbildungswerken, die Jugendliche mit Handicaps ausbilden. Diese Zusammenarbeit zu stärken und weiter auszubauen ist ein Hauptziel des Annedore-Leber-Berufsbildungswerkes Berlin (ALBBW). Dies bekräftigten Geschäftsführung und Vorstand des ALBBW im Rahmen der Veranstaltung „Gut ausgebildete Fachkräfte – Menschen mit Handicap sind ein Gewinn für Unternehmen“, die heute mit Gästen aus Politik und Wirtschaft in Berlin stattfand.

„Ziel unserer Arbeit ist es, jungen Menschen mit einer Behinderung oder besonderem Förderbedarf eine selbstbestimmte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen“, erklärte Albrecht Schäufele, Geschäftsführer des ALBBW, im Rahmen der Veranstaltung. Um eine möglichst praxisnahe Ausbildung anzubieten, kooperiert das ALBBW seit langem mit einer Vielzahl von Unternehmen. Eine sehr effiziente Form der Zusammenarbeit hierfür ist die sogenannte „Verzahnte Ausbildung mit Betrieben (VAmB)“. Dabei absolvieren die Jugendlichen bis zur Hälfte ihrer Ausbildungszeit – nach intensiver Vorbereitung im Berufsbildungswerk – in den Unternehmen. Kooperationspartner des ALBBW sind neben kleinen und mittleren Unternehmen auch große international tätige Firmen wie die Metro Group, TNT Express, avocis sowie mehrere Hotelketten.

„Die jungen Menschen können durch die verzahnte Ausbildung schon während ihrer Ausbildung im ALBBW umfangreiche betriebliche Erfahrungen sammeln und sind so bestens auf den Arbeitsmarkt vorbereitet“, betonte auch Margrit Zauner, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Berufsbildungswerk Berlin e.V., der Träger des ALBBW ist. Auch Unternehmen profitieren von diesem Modell: Sie lernen motivierte junge Auszubildende kennen, die sie nach dem Berufsabschluss als qualifizierte Fachkräfte für sich gewinnen können. Zudem stärken sie die Vielfalt (Diversity) in ihrem Unternehmen – ein Aspekt, der zunehmend als Erfolgsfaktor gilt. Denn je vielschichtiger die Belegschaft ist, desto mehr Fähigkeiten und Erfahrungen fließen in die Arbeit ein. Das wirkt sich positiv auf Betriebsklima und Innovationskraft aus.

Das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk hat sich das Ziel gesetzt, die Verzahnte Ausbildung mit Betrieben und andere Kooperationen mit Unternehmen weiter zu intensivieren und auszubauen. „Die Verzahnte Ausbildung mit Betrieben ist ein Erfolgsmodell und ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Jugendlichen zur erfolgreichen Teilhabe am Arbeitsleben. Wir möchten möglichst viele Firmen dafür gewinnen, um künftig noch mehr jungen Menschen diese Ausbildungsform anbieten zu können“, so Schäufele.

Über das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk: 

Das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin (ALBBW) bildet seit 1979 junge Menschen mit Handicaps und besonderem Förderbedarf aus, die am Beginn ihres Berufslebens stehen. Dazu gehören Jugendliche mit Körper-, Sinnes und Lernbehinderungen ebenso wie junge Menschen mit psychischen Erkrankungen. Das ALBBW bietet Ausbildungsplätze in mehr als 30 Berufen sowie verschiedene Maßnahmen zur Diagnostik, Berufsorientierung und -vorbereitung an. Pro Lehrgangsjahr werden insgesamt ca. 600 junge Menschen ausgebildet und gefördert. Träger ist der gemeinnützige Verein Berufsbildungswerk Berlin e.V. Als ordentliche Mitglieder gehören ihm die Bundesrepublik Deutschland, das Land Berlin, der Bundesverband der Unfallkassen e.V., die Handwerkskammer Berlin, die Industrie- und Handelskammer zu Berlin, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft  und die Gemeinde Zeuthen an.

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