Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin

21.09.2015

Annedore Leber - ausbilden, aufklären, kämpfen

"Topos Widerstand": Zu Annedore Lebers Leben und Wirken diskutierten M. Zauner und G. Notz. (Copyright: Horb)

Im Rahmen der Ausstellung und Veranstaltungsreihe "Topos Widerstand: Lebers Kohlenhandlung" des August-Bebel-Instituts stand am 17. September 2015 die Namensgeberin des ALBBW, Annedore Leber, im Fokus der Aufmerksamkeit. Margrit Zauner, Vorstandsvorsitzende des ALBBW-Trägervereins BBW Berlin e.V., und die Historkierin Gisela Notz diskutierten zum Thema "Annedore Leber - ausbilden, aufklären und kämpfen".

Schwerpunkt der Diskussionsrunde war vor allem der Widerstand des Ehepaars Leber gegen den Nationalsozialismus, die politische und publizistische Arbeit Annedore Lebers und ihr Engagement für junge Menschen, die unter der hohen Arbeitslosigkeit nach dem Krieg litten. Als Vorsitzende des Vereins "Handwerker-Lehrstätten e.V." trieb sie den Bau einer Ausbildungsstätte für junge Menschen voran. Im Juni 1952 wurde in Berlin-Britz der Grundstein für die "Handwerker-Lehrstätten Britz" gelegt, dem Vorläufer des heutigen Annedore-Leber Berufsbildungswerks (ALBBW).

Flankiert wurde die Veranstaltung vom Auftritt der ALBBW-Band, die hierfür gemeinsam mit den Mitarbeiter(inne)n des Freizeitbereichs die Rockballade "In der Kohlenhandlung brennt noch Licht" getextet und komponiert hat.

Die ehemalige Kohlenhandlung von Annedore und Julius Leber in der Torgauer Straße ist ein zentraler Ort des zivilen Widerstandes gegen den Faschismus. Nach Kriegsende gründete Annedore Leber in der Kohlenhandlung zudem den "Mosaik Verlag", der die Personen des Widerstandes würdigte und deren Lebensgeschichten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte. Das Gelände wurde vor kurzem in einen Park umgewidmet, der den Namen von Annedore Leber trägt. Das Gebäude der Kohlenhandlung soll als Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber genutzt werden.

Zur Ausstellung: Der Fotograf Berthold Prächt hat das Gebäude der Kohlenhandlung, wie es heute steht, sein Umfeld und die Menschen im Bild festgehalten. Ergänzt werden diese Bilder durch Fotos von Annedore und Julius Leber, ihrem Widerstand gegen Hitler und Kampf für die Demokratie. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. September 2015 im August-Bebel-Institut zu sehen.