Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin

Best-Practice-Beispiel: Mondelez

Auszubildender von Mondelez arbeitet an einer CNC-Maschine im ALBBW.

Unter dem Motto „Inklusion in der dualen Berufs­ausbildung ist keine Einbahnstraße“ kooperieren die Firma Mondelez und das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin (ALBBW) seit 2013 eng miteinander. Das Besondere: Neben der Verzahnten Ausbildung (VAmB), im Rahmen derer ALBBW-Azubis einen Teil ihrer Ausbildung bei Mondelez absolvieren, beinhaltet die Zusammenarbeit auch das „Gegenmodell“: Mondelez-Azubis kommen für bestimmte Kurse und Ausbildungsabschnitte in das ALBBW. So wird Inklusion nicht nur im Betrieb, sondern auch im Berufsbildungswerk gelebt – ein Gewinn für beide Seiten! 

Mondelez ist eines der führenden Lebensmittelunternehmen Deutschlands. In den Produktsparten Schokolade, Kaffee, Nahrungsmittel, Käse und Kekse werden seit über 100 Jahren Markenartikel wie Milka, Jacobs und Philadelphia produziert. Mondelez ist weltweit tätig, allein in Deutschland an sieben Standorten. 

Das ALBBW konnte die Mondelez-Betriebsstätte in Berlin 2013 für die Verzahnte Ausbildung im Bereich Mechatronik gewinnen. Die ersten zwei Jahre der 3,5-jährigen Ausbildung werden im ALBBW absolviert, die letzten 1,5 Jahre direkt bei Mondelez. Das Modell ermöglicht es dem teilnehmenden ALBBW-Azubi, bereits während seiner Ausbildung umfangreiche betriebliche Erfahrungen zu sammeln. So wird er optimal auf den späteren Einstieg ins Arbeitsleben vorbereitet. Mondelez hat bislang sehr gute Erfahrungen mit dem inklusiven Ausbildungsmodell gemacht: „Der VAmB-Azubi ist bei uns voll integriert, leistungsmäßig ist er nicht von den eigenen Azubis zu unterscheiden. Das bringt für uns auch die für die weitere Azubi-Auswahl weitreichende Erkenntnis, dass nicht jede Behinderung berufsrelevant sein muss“, sagt Mondelez-Ausbilder Herr Appelt. 

Von den positiven Erfahrungen bestärkt, entschied sich Mondelez 2014 dazu, nicht nur ALBBW-Azubis im eigenen Betrieb auszubilden, sondern auch den umgekehrten Weg zu gehen: Bestimmte praktische Ausbildungsinhalte der dualen Ausbildung, die bei Mondelez nicht angemessen umgesetzt werden können, übernimmt das ALBBW. So werden seit diesem Jahr Mondelez-Auszubildende zum Industrie­mechaniker bzw. zur Industriemechanikerin bei speziellen Schwerpunktthemen in die außerbe­triebliche Ausbildung des ALBBW integriert. Dies umfasst Kurse zum Hartlöten und Schweißen sowie zum konventionellen und CNC-Drehen bzw. -Fräsen. Die Lehrgänge finden in kleinen gemischten Teams und unter Leitung pädagogisch geschulter Ausbilder des ALBBW statt. Auszubildende mit und ohne Behinderung lernen und arbeiten in diesen Teams gemeinsam – nicht nur miteinander, sondern auch voneinander. Das „Wir-Gefühl“ innerhalb der Gruppe wird spürbar gestärkt: „In den Werkstätten merkt man keinen Unterschied (Anmerkung: zwischen Menschen mit und ohne Behinderung) – alle packen gleich viel an und versuchen, ihr Bestes zu geben“, sagt Manuel Drobnik, Azubi bei Mondelez. 

Nach dem vielversprechenden Start soll die Kooperation nun kontinuierlich weitergeführt und ausgebaut werden. So ist geplant, dass die Firma Mondelez jährlich mindestens eine Verzahnte Ausbildung gemeinsam mit dem ALBBW umsetzt. Zudem sollen alle zwei Jahre vier Mondelez-Azubis spezielle Fachkurse im ALBBW absolvieren.


Weitere Informationen zur Verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswerken finden Sie auch auf der Website der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW).